3 Uhr und der Früh, alle sind wach. Wir haben super geschlafen. Wie schon in Florida müssen wir neidlos eingestehen, diese Boxspringbetten sind wirklich super bequem, wahrscheinlich noch bequemer als unsere Betten zu Hause.
Zum Frühstück gibt es Banane, Toast mit Peanutbutter bzw. Erdbeerconfi für Leon (da er diese lieber mag) und für die, die wollen – Takis Fuego. Wenn Du wissen willst, was das ist, google es. Ist nicht zu empfehlen, passt aber vom Namen her zu unserem heutigen Ziel, valle de fuego oder valley of fire…
Duschen, packen, auschecken und ab ins Parkhaus mit dem Gepäck. Anja holt noch einen Kaffee to go und los geht´s. um 4 Uhr sind wir unterwegs in Richtung Salt Lake City zum Valley of Fire. Auf dem Highway ist schon um diese Zeit viel los, der Verkehr fast wie zu den Stosszeiten. Sobald wir aber Las Vegas hinter uns lassen, wird es besser und der Verkehr nimmt ab. Wir kommen zügig vorwärts und schon bald färbt sich der Himmel rosa und gelb. Der Sonnenaufgang um ca. 5:30 kündigt sich mit dem ersten Morgenrot an.
Kurz nach Crystal fahren wir nach Südosten in Richtung des valley of fire state parks. Ab da sind wir alleine unterwegs. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt kommen wir am Parkeingang an. 

Der Park ist nur von Sonnenauf- bis Sonnenunergang offiziell geöffnet. Allerdings ist der Eingang nicht kontrolliert, sondern es gibt einen Automaten, an welchem man ein Parkticket lösen muss. USD 15 für unser Auto. Die Bezahlung per Kreditkarte scheint zu funktionieren, aber der Beleg wird nicht ausgedruckt… Wir fahren trotzdem weiter…
Kurz darauf kommen wir beim elephant rock an, genau als die Sonne sich über die Berggipfel am Horizont erhebt. Was für eine Punktlandung!
Der Name ist Programm. Tatsächlich gibt es einen Felsen, der genau wie ein Elefant aussieht. Beim Aussteigen umschwirren uns einige kleine Fledermäuse und wir hören Vögel zwitschern. Und das mitten in der Wüste. Naja, vielleicht ist Steppe der bessere Begriff für die Landschaft hier.




Plötzlich macht uns Leon auf ein Bighorn-Sheep aufmerksam, das auf dem höchsten Punkt über dem Elefanten thront!
Genial! Unsere Erwartungen sind schon übertroffen und es wird noch besser.
Anja steht kurz darauf nur wenige Meter von einem weiteren Dickhornschaf entfernt.
Wir üben uns im ruhigen Beobachten und genießen die Natur und deren schöne Bilder, welche sie uns bietet.
Während wir beobachten und noch weitere Tiere sehen, wird uns bewusst, dass wir die einzigen hier sind. Kein Mensch hat sich bisher gezeigt. Nur ein einziges Auto ist uns im Park bisher begegnet. Sonst sind wir einfach allein.
Wir fahren als nächstes zum Atlatl Rock, wo sich jahrtausendealte Gesteinsinschriften befinden. Niemand weiss, was sie bedeuten. Laut Jan ist aber klar, dass es sich um eine Darstellung des heiligen Bighorn-Rams handelt, durch das das Volk damals Wasser gefunden hat und der darum verehrt wird. Kann gut sein.



Einige hundert Meter weiter befindet sich ein Felsloch, der Arch-Rock, durch den man den Himmel sehen kann. Viel interessanter sind aber generell die Formen und Farben des stark verwitterten Sandsteins hier. Man nennt dieses Gestein Arkose. Es wurde vor Dutzenden oder sogar hunderten von Millionen Jahren im Untegrund zersetzt und dann an die Oberfläche freigelegt. Die Formen sind faszinierend und mit etwas Fantasie kann man sich tolle Geschichten zu den Formen ausdenken.









Als Eingewöhnung an die trockenen und heissen Wüstenverhältnisse, unternehmen wir noch eine als 1.5h beschriebene Wanderung beim white dome trail. Es ist ca. 39 °C warm, die Sonne brennt schon ziemlich intensiv. Aber wir fühlen uns wohl und fit. Wir sind bereits seit 5 Stunden wach und starten um kurz vor 8 Uhr die Wanderung. Die Tafeln am Start des Trails sind nicht zu übersehen und sie verheißen nichts Gutes.
Laut Schild könnten wir heute auf dieser Wanderung sterben. Natürlich ist es heiss. Ja, es ist trocken uns es gibt kein Wasser hier. Und wir sind alleine. Es ist wirklich niemand vor uns hier. Wir nehmen das also ernst und haben für jeden von uns mehr als q Liter Wasser dabei. Trotz (oder sogar wegen?) den Warnungen laufen wir los.
Es erwarten uns wundervolle Felsformationen, verschiedene geologische Strukturen, schattige Schluchten, sandiger Untergrund und Pflanzen die trotz der trockenen Bedingungen zurechtkommen und nicht gemerkt haben dass dieses Gebiet eigentlich tödlich sein soll.







Und zum Anregen der Fantasie, hier die besten Felsformen von unterwegs:



Nach knapp 45 Minuten und einem halben Liter Wasser pro Person, sind wir beim Parkplatz zurück. Laut Tafel nur knapp dem Tod entronnen. Man kann also auch übertreiben. Es wird heute maximal 43 Grad heiss, wir sind schon um 8:30 Uhr bei über 40 Grad. Aber es geht gut.
Man muss aber sicher immer genug Wasser bei sich haben. Sonst wird brenzlig – oder man wird runzlig.
Zurück auf der Hauptroute wollen wir dem Visitorcenter noch einen Besuch abstatten. Direkt davor treffen wir auf eine Familie von Dickhornschafen:


Schöne Tiere. Uns ist ein Rätsel, wo die Tiere das Wasser zum Überleben finden. Also wir haben kein Wasser gesehen. Nirgendwo hier.
Nach diesen Highlights fahren wir weiter in Richtung Mormonenstaat, also Salt-Lake-City und queren dabei zuerst Arizona, ganz im Nordwesten und kommen dann nach Utah. Wir kommen an einem Ausläufer des Lake Meade vorbei, welchen wir später auf unserer Reise auch noch besuchen werden. Die Landschaft wird grüner und saftiger. Es gibt Bäche und Flüsse, die sogar Wasser führen.
Der Highway ist sehr gut ausgebaut, man darf zwischendurch bis 75 mph (>120 km/h) schnell fahren. Der BMW fährt sehr leise und angenehm. Der Verbrauch ist für amerikanische Verhältnisse okay. 26 Meilen pro Gallone Sprit. Das sind ca. 9 Liter auf 100 km. Eine Gallone kostet im Moment ca. 4 USD. Doppelt so teuer wie vor 20 Jahren, aber immer noch viel zu billig.
Für das Mittagessen gehen wir ins Applebee’s in St. George. Wir werden nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Wir haben alle grossen Hunger, es schmeckt alles hervorragend und die Bedienung ist spitze. Das nächste Highlight sind dann die anderen Gäste, die wissen möchten, woher wir kommen und unsere beiden Jungs in den Himmel loben, wie vorbildlich sie sich verhalten und wie sympathisch wir seien. Für Anja und mich gibt es ein Daumen hoch und ein «good Job»-Lob. Das tut doch gut.
Kurz darauf im Wallmart kaufen wir für die morgige Tour im Zion-Park und für das Morgenessen ein. Hätten die Gäste im Applebee’s Jan und Leon dort mit dem Einkaufswagen durch das Einkaufszentrum brettern sehen, ich weiss nicht, ob das Urteil gleich ausgefallen wäre… Aber sei’s drum. Man muss auch mal etwas Energie ablassen dürfen, die sich auf der langen Fahrt aufgestaut hat.
Anschließend gehen wir in St. George zu einem Ort, wo erst vor Kurzem Saurierspuren gefunden wurden und wo diese zu bestauen sind. Neben interessanten Infotafeln und Dutzenden echten Spuren gibt uns ein Schüler noch interessante Einblicken zu Trilobiten. Sein Ferienjob, aber er ist wirklich gut. Er macht das super und alles auswendig bzw. er kommt richtig gut draus.



Die weitere ca. einstündige Fahrt ist ereignisarm aber schön, so dass wir um 16 Uhr (1h Zeitverschiebung zu Nevada) in Springdale im Bumblebee-Resort ankommen.

Einpuffen, Badehose an und ab in den Pool. Zum Nachtessen gibt es Pizza und Ceasar-Salat. Anja und ich haben uns ein Bier verdient. Um 20 Uhr (19 Uhr Nevadazeit) fallen alle bis auf den Blogschreiber geschafft ins Bett.
Morgen geht es wieder früh los. So früh, dass wir sogar das Frühstück im Hotel verpassen werden. Wir machen eine 3.5 ständige Wanderung zum Angelslanding. Dem Landeplatz der Engel.
Hier noch ein paar interessante Gesetze, welche in Utah gelten:
Kuriose Staatsgesetze in Utah
- Während eines Unfalls darf kein Alkohol verkauft werden.
- Personen dürfen kein Bier in Behältern größer als zwei Liter besitzen, es sei denn sie sind Einzelhändler.
- Boxkämpfe, die das Beißen erlauben, sind nicht erlaubt.
- Es ist illegal, eine Katastrophe herbeizuführen.
- Es ist gegen das Gesetz, von einem Pferderücken aus zu fischen.
- Keine Milch zu trinken ist illegal.
- Das Zünden einer nuklearen Waffe ist illegal. Man darf sie besitzen, aber halt nicht zünden.
- Vögel haben auf allen Highways Vorfahrt.
- Ein Ehegatte ist für jede kriminelle Handlung seiner Ehefrau verantwortlich während sie sich in seiner Gegenwart befindet.
- Der Verkauf von Getränken mit mehr als 3,2 % Alkohol ist verboten.
- Es ist ein Kapitalverbrechen, hartnäckig auf die Spalten zwischen den Pflastersteinen des Seitenstreifens eines Highways zu treten.
- Für Restaurants ist es illegal, Wein beim Essen zu servieren; allerdings nur, wenn man nach der Weinliste gefragt hat.
- Waljagd verstößt gegen das Gesetz
Bis morgen….
Sehr schöner Blog! Vielen Dank. Weiterhin tolle Erlebnisse wünsche ich euch…
Hallo ihr Abenteurer. Lässig, was ihr alles erlebt, beinahe alleine im grossen Amerika! Danke für die tollen Blogs. Sehr interessant für uns zu Hause. Dass euch die Leute in Amerika sagen, wie toll eure Boys sind ist ja toll, aber eigentlich wissen w i r dass schon lange. Ich freue mich auf den «Landeplatz der Engel». Bin ganz neugierig. Weiterhin viel Spass euer Mimami
Echt heute wäre ich gerne bei euch mitgefahren. Diese Natur fasziniert. Und mit dem Sonnenaufgang ist alles noch viel reizvoller. Ich war heute auf 3000 Meter habe den Grand Paradiso und den Mont Blanc gesehen. Alles auch faszinierend aber das kenne ich schon aber das Fire vallay ist doch etwas das man hier in Europa nicht sieht. Grüsse an alle. Nb das Outfit von Anja ändert sich auch bei über 30 Grad nicht. Jan könnte seine Mam beraten.
Ganz grossartig! Ich lebe richtig mit beim Lesen…tolle Aufnahmen, was allerdings wohl leicht fällt bei diesen phantastischen Sujets.
Weiterhin gute und spannende Reise .Ömi