Der letzte Tag unserer Reise steht bereits bevor. Wir sind wehmütig und froh zugleich. Wehmütig, dass diese schöne und erlebnisreiche Zeit bereits vorüber sein soll, aber auch froh, dass wir alle unsere Pläne fast reibungslos und bei guter Gesundheit erfolgreich durchziehen konnten.
Wir sind über in den letzten knapp 4 Wochen über 2200 Meilen oder 4300 km weit gefahren. Der X5 war wirklich ein zuverlässiges Gefährt. Ich bin wirklich positiv überrascht, wie gut das Auto alle schwierigen Verhältnisse gemeistert hat. Von dem her war der Wechsel auf den X5 die richtige Wahl nach der Ankunft in Las Vegas.
Wir haben heute Morgen nach dem Morgenessen in null-komma-nix gepackt uns sind unserem Zeitplan etwa eine Stunde voraus. Wir möchten die letzten Stunden vor dem Abflug noch etwas shoppen und haben uns dafür für den Citadel Outlet entschieden. Das heisst, wir fahren erst mal quer durch Los Angeles, vorbei an Down Town nach Osten, weil diese Mall in der Commerce-City im Industrieteil von Los Angeles liegt. Wir sind bereits vor 10 Uhr da, die Shops sind noch alle geschlossen. 🙂
Die nächsten Stunden decken wir uns mit dem ein, was wir am dringendsten brauchen, da unsere Kids nicht kleiner werden und der Kleiderbedarf somit immer hoch bleibt. Hosen, T-Shirts, Schuhe bei Adidas, Puma, Tommy Hilfiger, Nike usw., alle grossen Marken sind hier vertreten.
Um die Mittagszeit dürfen wir noch einmal bei Panda’s das Orange-Chicken-Menu essen. Da ich mit Leon und Anja mit Jan unterwegs waren, haben wir uns etwas verloren und essen nacheinander. Anschliessend haben wir aber nach etwas mehr als 2.5h genug gesehen und machen uns vom Acker.
Leider sind wir immer noch ca. 5 Stunden zu früh für unseren Rückflug. Trotzdem machen wir uns auf zum Flughafen, um genügend Zeitreserve zu haben. Unterwegs müssen wir dann noch notfallmässig ab der Stadtautobahn und eine Toilette für eine unserer Pissnelken suchen – das war knapp, fast hätte es ein peinliches Ausrutscher gegeben. Man hätte ja bei Panda’s auf die Toilette gehen können – aber nein, so ist es spannender.
Die Rückgabe unseres Autos verläuft problemlos. Ich frage dann nochmals nach, warum kein Reservereifen bzw. kein Repair-Kit verfügbar ist im Auto. Die Antwort: sie hätten eigentlich nie Probleme mit den Reifen, die seien alle neu. Im Bedarfsfall hätte man ja eine Servicenummer… Tja, aber nicht im Death-Valley. Offenbar sind die Reifen aber wirklich zuverlässig.
Ein Shuttlebus bringt uns mitsamt unserem (zahlreichen) Gepäck zum Airport, wo er uns prompt am falschen Eingang absetzt, so dass wir zuerst das Terminal wechseln und zu Fuss bei über 40° unser Gepäck mit uns schleppen müssen. Wie auch immer, wir finden das korrekte Gate, sind über 5 Stunden zu früh da und checken viel zu früh ein – was aber kein Problem ist, die Checkins sind offen. Wir sind froh, die grossen Koffer los zu sein.
Die Kühlbox, welche wir nicht mitnehme können, verschenke ich nach alter Tradition an einen Amerikaner – dieses Mal ein Sicherheitsbeamter, welcher an der Rolltreppe zum Check-in steht. Er zögert keine Sekunde und ist dankbar für das Geschenk. Das Verschenken der UBahn-Tickets, welche wir nicht mehr brauchen können ist schwieriger. Die Leute sind skeptisch. Aber schliesslich nimmt sie eine Dame am Kiosk für ihre «Verwandten».
Die nächste Stunden vergehen mit Warten, Gate-Wanderungen, Essen im Planet Hollywood und Lesen sowie Gamen.
Der Sicherheitscheck ist so weit ereignislos, ausser dass ich zur Abwechslung mal die Schuhe ausziehen muss und Leon sein Tablet im Rucksack belässt, so dass wir einer zustzlichen Sonderkontrolle unterzogen werden.
Nach einer weiteren Stunde warten können wir pünktlich zur angegebenen Zeit das Flugzeug besteigen. Unser ganzen Handgepäck, bestehend aus 2 Rucksäcken, einem Rollkoffer, Handtasche und Badetasche können wir problemlos verstauen. Anja sitzt mit Jan und Leon in einer 3-er Reihe, ich habe einen Sitz in der Mitte aussen mit etwas mehr Beinfreiheit. Neben mir sitzt eine etwas mollige Amerikanerin, welche sehr viel Raum braucht – etwa 2 Stunden lang bieten wir uns gegenseitig einen Kampf darum, wer mehr von der bequemen Mittellehne nutzen darf. Irgendwann wird es ihr zu bunt und sie wechselt ihren Platz nach hinten auf einen leeren Platz neben einer Freundin. Win-win, und ich habe ab da 2 Sitze für mich…
Ich schaue während dem Flug nur Filme mit Robert de Niro und geniesse das Nichtstun. Die Kinder schauen Filme und gamen. Niemandem wird schlecht. Das essen ist unspektakulär und die Zeit vergeht schneller, als beim Hinflug. Dazwischen können wir alle sogar etwas dösen.
Wir kommen rund 40 Minuten zu früh in Zürich an, so schnell sind wir geflogen bzw. blies der Jet-Stream. Derselbe Jetstream, welcher in den letzten 4 Wochen ständig Regen und kühles Wetter über Mitteleuropa und die Schweiz geblasen hat. Es erwartet uns ein kühler Herbsttag in Zürich.
Mit dem Zug fahren wir direkt nach Rotkreuz, wo uns Dädi abholt. Zu Hause angekommen schliesst Leon die Tür auf, so dass sie dann abgeschlossen ist. Wir sind irritiert… War die Tür tatsächlich (für die letzten 4 Wochen) unverschlossen? Das kann ja nicht sein. Doch da ist wer in unserem Haus! Leon schliesst wieder zu, worauf die Tür nun offen ist und siehe da, Ömi erwartet uns…
Wir sind froh, die Reise so gut überstanden zu haben und freuen uns auf unser schönes zu Hause.