Nach einer angenehmen Nacht mit milden Temperaturen (Frottiertuch sei dank) entscheiden wir heute, in den Südwesten der Insel zu fahren. Wir touren zu den grossen Lavaströmen, welche v.a. im 18. Jahrhundert die Fläche der Insel um einen Viertel erweitert haben. Insgesamt 5 Kubikkilometer Lava ergoss sich aus einer fast 20 Kilometer langen Spalte und floss gegen Westen ins Meer. Bei Interesse hier klicken. Die Farben und die Wildheit der Landschaft hier sind fantastisch und beeindruckend. Der rote Farbton kommt von eisenoxidhaltigen Laven.
Zuerst kurven wir gemütlich in Richtung Los Hervideros. Leider ist die Küstenstrasse gesperrt und wir müssen das Gebiet umfahren. Dafür kommen wir an einer Saline vorbei, in der Salz aus Meerwasser gewonnen wird und gleich darauf an einen schwarzen Sandstrand, bestehend aus schwarzen Lavasteinchen, die durch das Wasser rundgeschliffen wurden. Mega mühsam, zum Laufen, aber schön anzuschauen. Und das Meer ist für die Kinder der Hit… Unsere beiden Wasserratten.
Las Salinas





Schwarzer Sandstrand










Wir umfahren also die Küste und kommen von der anderen Seite her zu Los Hervideros (kochendes Wasser). Eine Klippe, wo das Lava ins Meer geflossen ist. Teilsweise schon etwas erodiert und den Wellen und Gezeiten ausgesetzt. Wir haben es so geplant, dass wir bei Flut hier ankommen und mit dem hohen Wasserstand die Gischt noch etwas höher fliegt!
Los Hervideros








Leon kann dem Ganzen nicht so viel abgewinnen, wir anderen 3 sind fasziniert. Der Grund ist, dass Leon gerne noch länger am Strand mit den Wellen geblieben wäre. Wir vertrösten ihn, dass es am nächsten Ort in El Golfo noch höhere Wellen gäbe. Das stimmt zwar, aber die Klippen verhindern ein Baden… So fies…
Wir fahren also nach El Golfo, einem winzigen Dorf mit wahrscheinlich mehr Restaurants, als Einwohner. Im Normalfall steppt hier wohl der Bär, weil der Ort von Reisebussen überschwemmt wird. Im Moment ist tote Hose, was wir sehr geniessen. Hatten wir schon erwähnt, dass wir praktisch alleine unterwegs sind? Es hat schon ein paar Touristen, aber meist ist man völlig für sich. Auch auf den Strassen ist man meist alleine, praktisch kein Verkehr. Genial! Wir kommen anfangs von El Golfo an einem speziellen See vorbei, der von Algen grün gefärbt ist, El Lago verde.
El Lago verde

Dabei mache ich ein Panoramabild und kann einen Alien ablichten- seht selbst…

Anja war dafür, das Bild zu löschen, aber wir drei Jungs konnten nicht mehr vor Lachen… Deshalb bleibt es.
Am Ende des Dorfes zieht sich ein Küstenpfad 12 km entlang des Nationalparks Timanfaya. Ein Pfad durch ein Feld aus Aa-Lava (heisst so, weil mal Barfuss ständig Aaaah schreit, ist ziemlich scharfkantig und spitz), der ziemlich anspruchsvoll zu gehen ist. Und wir Schweizer sind uns ja schwieriges Gelände gewohnt… Hier sind wir deshalb wiederum praktisch alleine. Die Spanier mit den Flip-Flops trauen sich anscheinend nicht auf diesen Weg. Die Natur ist karg, aber schön. Verschiedene Pflanzen erkämpfen sich als Pioniere ein Stückchen Lebensraum zurück, aber eigentlich kann hier theoretisch gar nichts wachsen. Kein Humus, kein Süsswasser. Umso erstaunlicher, dass sich die Pflanzen nach und nach das Gebiet zurück erobern. Vorderhand dominiert aber noch die Lava…
Ruta del Litoral
Der ewige Kampf zwischen Erosion und Akkumulation zeigt sich hier entlang der Küste sehr eindrücklich. An einer kleinen Bucht mit stiebender Gischt und roten Krabben verweilen wir dann für längere Zeit und staunen fasziniert ob der Naturgewalten hier!
Wir hätten wahrschenlich den ganzen Nachmittag hier sitzen bleiben können, wenn uns nicht der kleine Hunger plagen würde. Die Krabben auf den Felsen waren uns leider zu flink. Deshalb haben wir TripAdvisor bemüht und das einladendste Restaurant in El Golfo gesucht und gefunden. Wir sind im Casa Rafa eingekehrt. Wow, das Essen hier – was für ein Gedicht. Wir haben Scampi, Makrelen und einen halben Barrakuda serviert bekommen. In Kombination mit einer guten Cerveza war es echt himmlisch! Wir posten ja sonst nicht so Essenselfies, aber hier mache ich eine Ausnahme:
Casa Rafa in El Golfo
Anschliessend fahren wir gesättigt und happy zurück zum Hotel, um die Schnorchelausrüstung zu holen. Leon war zwar auch begeistert von der Natur, den Wellen, den Krabben und was es so alles zu sehen gibt, aber wir haben ihm versprochen, dass wir nochmals an den Strand gehen. So geschehen. Er ist sogar mitgekommen zum Schnorcheln heute. Er hat sich zwar die ganze Zeit an Papis Schulter festgehalten und sich ziehen lassen, aber er war dabei! Er hatte glaub wegen dem tiefen Wasser etwas Angst. Man sieht mit den Taucherbrillen ja recht gut bis zum Grund und es war schon 5 bis 6 Meter tief. Zur Belohnung haben wir im Hafenbecken tatsächlich einen 1.5 Meter langen Barrakuda gesehen… Leon war dann froh, wieder zurück am Strand zu sein. Jan hat sich auch selbst überwunden, auch er hatte etwas Angst wegen Raubfischen wie Haien und anderem Getier, das ihn im tiefen Wasser anfallen könnte. Er ist dann immer sehr nahe an Mami geschwommen und so hat er sogar zwei Schnorchelausflüge mitgemacht. Well done! Nach dem Schnorcheln meinte er, jetzt sei es gut, er komme kein weitere Mal Schnorcheln, er habe ja nun alles gesehen… 🤣🤣
Zum Runterkommen dann etwas Sändele und die Welt ist in Ordnung!
Was ich hier noch anmerken möchte: Man kann eine schnelle Internetverbindung gar nicht genug schätzen, wenn man so einen Blog schreiben möchte. Die Bilder und v.a. die Videos sind doch recht gross. Alles muss irgendwie auf meine Server geladen werden. Das braucht Bandbreite. Leider ist diejenige des Hotels hier ziemlich beschränkt und der Upload ist so langsam, dass ich STUNDEN brauche, bis alles hochgeladen ist. Die Lösung über das Handy klappt 10x schneller, aber die Swisscom verrechnet 50.- pro 3 GB… Das wird teuer. Schliesslich habe ich es aber geschafft, here it is… Viel Spass und danke fürs fleissige Mitlesen. Das motiviert mich noch zusätzlich zum Festhalten unserer Erlebnisse!!



























Was kostet so ein feines Essen und der einheimische Wein? Warum gibt es keine Touristen? Es scheint, dass alles offen ist.
Das Essen heute hat 60€ gekostet. Ein guter Wein 15-20 € pro Flasche. Momentan hat wahrscheinlich noch niemand Ferien und Covid19 lässt grüssen… Es reisen definitiv weniger Leute als sonst. Deshalb hat eben nicht alles offen, aber wenn, dann mit wenig Einschränkungen, ausser den Hygiene-Vorschriften.
Toby das ist wieder ein herrlicher Bericht mit fantastischen Fotos! Da kann man sich nicht satt sehen. Und die kulinarische Erfahrung scheint fast nicht zu überbieten…weiterhin viel Spass auf eurer Entdeckungstour. Grüssli vom Ömi.
Ja bei diesem grünen See waren wir auch und ich erinnere mich an tausend schöne Steine… Toll.
Aber Wellen und Sand würden unsere Kids auch mehr interessieren. Sie wären da ganz auf Leon’s Seite.
Das war ja wieder spannend heute. Vielen Dank für den wunderschönen Bericht.