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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bryce-Canyon-Nationalpark?wprov=sfla1
Geografie
Der Bryce-Canyon-Nationalpark liegt im Südwesten von Utah circa 80 km vom Zion-Nationalpark entfernt. Mit der um 300 Meter höheren Lage sind niedrigere Temperaturen und mehr Niederschläge verbunden.
Der Nationalpark liegt auf dem Colorado-Plateau, genauer an der südöstlichen Kante des Paunsaugunt-Plateaus. Der Name Paunsaugunt leitet sich von der uto-aztekischen Sprache der Paiute–Indianer ab und bedeutet Heimat des Bibers. Besucher erreichen den Park von der Plateauseite und blicken über die Kante in das Pariatal mit dem gleichnamigen Fluss. Auch das Wort Paria kommt aus dem Uto-Aztekischen und bedeutet Elch- oder Wapitiwasser.
Der Bryce Canyon wurde nicht durch einen Fluss gebildet. Er ist damit kein Canyon im eigentlichen Sinne wie zum Beispiel der Grand Canyon. Wind, Wasser und Eis erodierten die Kante des Plateaus zu großen Amphitheatern mit bizarren Felsnadeln, sogenannte Hoodoos. Diese Felsnadeln erreichen eine Höhe bis zu 60 Metern. Die so entstandenen Amphitheater erstrecken sich über eine Länge von über 30 km. Das größte Amphitheater trägt den Namen Bryce Canyon. Es ist nahezu 5 km breit, 19 km lang und fällt über 240 Meter gegenüber dem Plateau ab.
Der Bryce-Canyon-Nationalpark befindet sich in einer Höhe von 2400 bis 2700 Metern und liegt damit wesentlich höher als der nahegelegene Zion-Nationalpark und der Grand-Canyon-Nationalpark.
Der Park wurde um 1850 von weißen Siedlern besiedelt und erhielt seinen Namen von Ebenezer Bryce, der sich um 1875 dort niederließ. Der Nationalpark wurde 1924 zum National Monument und 1928 zum National Park erklärt. Heute besuchen deutlich über eine Million Besucher jährlich den Park.
Geologie
Das Gestein im Bryce-Canyon-Nationalpark ist etwa 100 Millionen Jahre jünger als im Zion-Nationalpark, und dieser zeigt Felsen, die nochmals 100 Millionen Jahre jünger als im Grand Canyon sind. Trotzdem gehören alle drei Gebiete zu einer The Grand Staircase genannten Formation. Vom Grand Canyon bis zum Bryce Canyon kann man nahezu 200 Millionen Jahre Erdgeschichte studieren.
Die Gesteine im Nationalpark sind eine Abfolge aus Basalt und Sandstein, in dem viele Fossilien zu finden sind. Diese freigelegten Schichten sind die jüngsten in dieser Formation. Noch heute lassen sich Sandstrände, Lagunen und eine Sumpflandschaft ablesen.


Als sich die Gegend im Zuge der Gebirgsbildung anhob, entstanden zahlreiche Seen, deren Sedimente den Basalt und Sandstein bedeckten. Diese Seenplatte hatte etwa 20 Millionen Jahre Bestand und endete etwa vor 60 Millionen Jahren. Während dieser Zeit veränderten sich die Seen unter anderem durch klimatische Veränderungen. Durch starke Variation in der Größe und Tiefe hinterließen sie stark wechselnde Sedimentschichten.
Vor etwa 16 Millionen Jahren hob sich das Plateau um nahezu 1000 Meter. Vor dieser Zeit befand sich das Gebiet fast auf Meeresspiegelhöhe. Das gesamte Plateau nennt man Colorado-Plateau. Es zerbrach in zahlreiche kleinere Plateaus. Eines davon ist das Paunsaugunt-Plateau.
Als der amerikanische Kontinent weiter Richtung Norden driftete, veränderte sich das Klima auf dem Plateau, es wurde bedeutend kühler und auch die Niederschläge nahmen zu. Häufige Niederschläge und Erosion durch gefrierendes Wasser formten das heutige Gesicht der zahlreichen Amphitheater, die eine nach Osten gerichtete Schichtstufe bilden. Pro Jahr gibt es auch heute noch bis zu 200 Frost- und Tauwetterperioden, die noch immer den Park erodieren.
Mythologie
Quelle: https://www.brycecanyoncountry.com/red-painted-faces-bryce-native-american-lore/
ROT BEMALTE GESICHTER – ÜBERLIEFERUNGEN DER BRYCE-INDIANER
Die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner im Bryce Canyon ist ebenso farbenfroh und faszinierend wie die Gipfel und Hoodoos, die die dramatische Landschaft prägen. Von Paläo-Indianern über Pueblo-Vorfahren (Anasazi) und Fremont-Völker bis hin zu den Paiute-Indianern gibt es seit mindestens 10.000 Jahren menschliche Bewohner in der Bryce-Canyon-Region.
Die Paiute waren ein im Allgemeinen friedlicher, halbnomadischer Stamm, der ab etwa 1.200 n. Chr., als die Fremonts die Bryce-Canyon-Region verließen, entlang des Paunsaugunt-Plateaus jagte und sammelte. Die Paiute waren beeindruckt von der schieren Präsenz und Größe der riesigen Hoodoos, die die geheimnisvolle Landschaft des Bryce Canyon ausmachten. Der Paiute-Name für den Bryce Canyon ist Unka-timpe-wa-wince-pock-ich , was übersetzt „rote Felsen, die wie Männer in einer schüsselförmigen Vertiefung stehen“ oder wörtlich „rote Felsen mit vielen stehenden Löchern“ bedeutet.
Die Paiute-Überlieferung enthüllt den Glauben, dass die rätselhaften Red Rock Hoodoos, die den Bryce Canyon auszeichnen, „Böse Legendenmenschen“ ( To-when-an-ung-wa ) waren, die vom allmächtigen Coyote-Geist in Stein verwandelt wurden. Die Paiute nannten diese mysteriösen Felsformationen Anka-ku-was-a-wits , was „rot bemalte Gesichter“ bedeutet.
Indian Dick, ein Paiute-Ältester, der im Kaibab-Reservat lebt, erzählte 1936 einem Parkwächter die Hoodoo-Legende vom Bryce Canyon:
„Bevor es Indianer gab, lebte das Legendenvolk To-when-an-ung-wa an diesem Ort. Es gab viele davon. Es gab viele Arten von ihnen – Vögel, Tiere, Eidechsen und dergleichen, aber sie sahen aus wie Menschen. Es waren keine Menschen. Sie hatten die Macht, sich selbst so aussehen zu lassen. Aus irgendeinem Grund waren die Legendenleute an diesem Ort schlecht; Sie haben etwas getan, das nicht gut war, vielleicht einen Streit, vielleicht haben einige etwas gestohlen … die Geschichte ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Weil sie schlecht waren, verwandelte Coyote sie alle in Steine. Sie können sie an diesem Ort sehen, jetzt sind sie alle in Felsen verwandelt; Manche stehen in Reihen, manche sitzen, manche halten sich an anderen fest. Sie können ihre Gesichter sehen, mit Farbe darauf, so wie sie waren, bevor sie zu Steinen wurden. Der Name dieses Ortes ist Angka-ku-wass-a-wits(rot bemalte Gesichter). Das ist die Geschichte, die die Leute erzählen.“
Der Neffe von Indian Dick, Indian Johnnie, übersetzte Angka-ku-wass-a-wits mit rot bemalten Gesichtern. Ein Auszug der Legende ist derzeit im Besucherzentrum des Bryce-Canyon-Nationalparks ausgestellt.