Hat es doch heute morgen tatsächlich Nebel an der Küste von Sand City. Wir sehen keinen Kilometer weit.

Das ist neu. Aber die Gegend ist ja bekannt für den Küstennebel durch den kalten Kalifornienstrom. Das ist auch der Grund, warum die Temperatur hier «nur» um die 20 °C beträgt. Das Meer wirkt kühlend auf die Luft. Wir müssen unsere Pullover aus dem Koffer holen, da Anschi nach den für sie angenehm hohen Temperaturen in der Wüste sonst zu erfrieren droht… 😁😉
Wir haben heute etwas länger geschlafen, die letzten Tage waren wirklich anstrengend, da wir jeden Tag um die 300 Meilen gefahren sind und mit den Sightseeing-Stopps so acht bis neun Stunden unterwegs waren. Wir «erfahren» den Staat Kalifornien wortwörtlich. Im Unterschied zu Nevada, Utah und Arizona ist hier in Kalifornien die Fahrzeugdichte allerdings um einiges höher. Es gibt kein gechilltes vor sich hin cruisen mehr, man schwimmt hier mit allen anderen Fahrzeugen wie Fische im Strom mit… Die Geschwindigkeit ist konstant 5-10 mph über dem Speedlimit, andernfalls ist man ein Verkehrshindernis und wird ständig bedrängt und überholt. Es ist eng und hektisch, entspanntes Fahren ist anders.
Das «Erfahren» ist an und für sich schon schön und körperlich nicht anstrengend. Die Landschaften rauschen an einem vorbei. Der Wechsel von Grassteppe zu Plantage zu Pinienwäldern, zu Hügeln und zu kleinen Küstengebirgen und wieder zurück ist berauschend. Aber viel zu schnell.
Das Erwandern von Landschaften ist deshalb viel befriedigender. Die Langsamkeit beim Laufen gibt einem viel mehr Zeit zum Sammeln von Eindrücken. Von dem her bin ich froh, steht heute als Ziel Santa Barbara auf dem Programm, wo wir für 3 Nächte bleiben und etwas ausruhen und die Gegend erkunden können.
Die Fahrt geht zuerst ein kleines Stück auf dem Highway No. 1 zurück nach Norden, dann nach Süden bis wir auf den Highway 101 wechseln, auf dem wir rund 250 km bis Santa Barbara bleiben könnten. Wir möchten aber entlang des Highway No. 1 noch einige Sehenswürdigkeiten besuchen, deshalb wechseln wir kurz vor Tin City auf die State Route 46 zurück in Richtung der Küste und wieder nach Norden auf den Highway No. 1 nach San Simeon.
Man kann sich jetzt fragen, warum wir nicht gleich dem Highway 1 der Küste entlang nach Süden gefolgt sind. Das wollten wir ja eigentlich, aber leider ist der «Pacific Coast Highway No. 1» genau in diesem Abschnitt seit den starken Niederschlägen im Frühling wegen Murgängen und Hangrutschungen für die gesamte Saison 2023 gesperrt. Wir müssen deshalb aussen rum.
Für den ersten Stopp halten wir bei «Friends of the Elephant Seals». An diesem Strandabschnitt sonnen sich Seeelephanten (eigentlich mit 2 e’s, sieht mit 3 e’s jedoch viel cooler aus) und Seehunde. Die Tiere stören sich gar nicht an den menschlichen Beobachtern und grunzen und röhren mehr oder weniger entspannt vor sich hin. Einzelne sind in Showkömpfe verwickelt, aber es gib keine ernsthaften Auseinandersetzungen.

Wir werden von Pelikanen, Möwen und von kalifornischen Kondoren umsegelt (vielleicht sind es auch Truthahngeier). Der Kondor war vor einigen Jahrzehnten praktisch ausgerottet. Der Bestand hat sich aber unterdessen wieder etwas erholt und darum gibt es hier tatsächlich wieder einige Exemplare davon.
Die nächsten Stopps sind weniger eindrücklich, zeigen aber, dass doch einige Leute am Sonntag die Freizeit an den Küsten verbringen. Allerdings eher am Strand als im Wasser. Das Wasser des Pazifiks ist richtig kalt. Die Badi in Dietwil ist angenehm warm dagegen.
Etwas weiter südlich an der Morro Bay gibt’s dann ein spätes Seafood-Mittagessen mit Sicht auf den Morro-Rock.



Wir möchten eigentlich noch zum Grover Beach Side in Pismo Beach, da man dort mit dem Auto an den Strand und am Strand entlang fahren kann. Leider ist die Tagesquote von 1000 Fahrzeugen schon erreicht (kein Wunder an einem Sonntag). Das ökologisch sinnvolle, aber für uns ungünstige Konzept sieht vor, dass eine Genehmigung an die Autonummer gekoppelt ist und als Tagespass gilt. An uns fahren Dutzende Autos vom Strand weg, es hat genug Platz am Strand, aber eben, 1000 Tagespässe sind ausgestellt. Rien ne va plus. Wir können deshalb nicht am Strand fahren. 🥺
Wir fahren also weiter nach Santa Barbara und freuen uns auf die Lavender Inn by the Beach. Zurück auf den Highay 101 und 100 Meilen in Richtung Süden…
Etwas weniger als 2 Stunden später sind wir da und es gefällt uns.
Die Kinder hüpfen gleich mal in den Pool. Papi muss sich von den über 1000 Meilen der letzten Tage erholen, Mami liest und beaufsichtigt die Kids, da wir die Kinder hier nirgends unbeaufsichtigt allein lassen dürfen.

Spass im Pool…

ZNacht gibt’s dann im Finney’s Crafthouse, allerdings ohne Bier, obwohl es hier ganz viele Craftbeers gäbe. Wir mögen aber einfach nicht. K.O. fallen wir ins Bett und freuen uns auf den Tag morgen mit richtigem Frühstück und Strandleben.
Santa Barbara ist vor Los Angeles unser letzter Aufenthaltsort. Wir werden übermogen direkt nach Los Angeles fahren und bis zur Heimreise im gleichen Hotel bleiben.
Wir haben in den letzten Wochen über 2400 Meilen zurückgelegt, sind aber auch mehr als 350’000 Schritte gelaufen. Die Kinder noch mehr wegen der kleineren Schrittweite.





















Ich bin mit euch glücklich, dass die lange Fahrerei zu Ende ist. Tobi hat ja richtig erkannt, dass man sich beim langsamen Bewegen mehr sieht und erlebt als beim schnellen. Verdauen, Leute und Land betrachten, planschen… viel Vergnügen dabei.
Super, dass ihr die lange Fahrt hinter euch habt und euch ausruhen könnt.
Wir haben heute 1. August – Sonntag und es regnet!!! Ich wünsche euch viel Vergnügen bei der Städtetour und vielleicht «lädelen». Liebe Grüsse Mimami