Am Montag Nachmittag kommen endlich die erwarteten Mails mit unseren Boardingpässen. Leider mit der Mitteilung, dass diese nicht ausgestellt werden können, weil gewisse Infos noch fehlen. Toll. Beim Versuch, diese Informationen nachzutragen und den online-Checkin durchzuführen, teilt uns das System die falschen Sitzplätze in Reihe 23 zu. Hatten wir doch alle 4 Plätze in Reihe 18 und 19 schon reserviert. Wir brechen ab und rufen die Hotline an. Diese empfiehlt uns, morgen vor Ort bei der Gepäckabgabe den Checkin zu absolvieren, um die Sitzplatzreservation nicht zu verlieren.
Wie als nützliche Vorbereitung auf die zu erwartenden Verhältnisse in Las Vegas haben wir in der Nacht vor der Abreise Temperaturen von 27 °C im Schlafzimmer. Wir verspüren alle auch eine gewissen Nervostität vor der bevorstehenden grossen Reise.
Wahrscheinlich ist nur Ömi noch etwas nervöser als wir und hat noch weniger gut geschlafen.
Um 8:15 Uhr fahre ich Manja, Marek und Julian, welche nur 2 Stunden vor uns nach Spanien verreisen, an den Bahnhof.
Pünktlich um 9:00 Uhr trifft Ömi bei uns ein, um auch uns nach Rotkreuz zu fahren.
Unser Gepäck kommentiert Sie nur trocken mit «Auszug aus Ägypten». 🙂
Es sieht zwar nach viel aus, aber die Koffer sind deutlich leichter als die erlaubten 23 kg pro Person.

Wir sind deutlich zu früh am Bahnhof und können so die Macken von Anjas SBB-App umgehen. Sie akzeptiert keine Kreditkarte. Meine App und Twint funktionieren. Letztes Mal, als wir uns auf die SBB verlassen haben, wurde es wegen Zugausfällen und Umleitungen nach Basel SBB extrem knapp bis zum Abflug.
Heute funktionert alles reibungslos.
Der Zug fährt um 9:48 Uhr, ist gut gefüllt, aber pünktlich und knapp eine Stunde später sind wir bereits am Flughafen. Unser Flug geht um 13:25 Uhr, wir haben also mehr als 2.5h Zeit.
Checkin 3 geht nur mit Boardingpass, den wir ja noch nicht haben. Checkin 1 ist ziemlich gut besucht. Naja, wir haben ja Zeit. Nach 15 Minuten anstehen fordert uns eine Dame der Swiss auf, als Familie zum Familiencheckin zu wechseln, da Leon als Kind durchgeht (Jan nicht, er gilt als Erwachsener Flugreisender).
Das ist eine gute Idee, hat es doch praktisch keine Leute an diesem Checkin. Leider erfahren wir, dass unser Flugzeug nicht dasselbe ist, welches eingeplant worden ist. Demnach gibt es nur die Sitzreihen 1-17 und 20 bis 38. Wir hatten die Plätze 18a/b und 19a/b reserviert… Was für ein doofer Zufall. Leider heisst das auch, dass wir keine Fensterplätze kriegen und die 12 h Flug nicht rausschauen können… Shit!
Immerhin erhalten wir die Reservationsgebühr anstandslos zurück. Für ein freies Goodwill-Upgrade auf Economy Premium siehe es schlecht aus, wir versuchen es, aber es ist unsicher bzw. sehr unwahrscheinlich, dass wir die zusätzlichen CHF 600.- zurückerhalten würden. Wir investieren dieses Geld lieber in den USA vor Ort.
Anschliessend geht es zur Passkontrolle, mit dem Shuttle zum Gate E auf dem Rollfeld draussen und kaum sind wir dort, beginnt das Boarding. Der Flieger von Edelweiss hat einen passenden Namen:
Mit einigen Minuten Verspätung fliegen wir ab.
Die folgenden Stunden sind ausgefüllt mit Filme schauen, Gamen (Leon und Jan) und lesen (Anja und Tobi), zwischendurch was essen und etwas herumlaufen. Es dauert schon verdammt lang. Die Sitze werden immer unbequemer und es nimmt kein Ende. Das Essen war nicht so der Hit und Jan wird es schon bald schlecht. Er kämpt sich tapfer durch, schläft zwischendrin für ein paar Stunden. Anja und ich dösen auch zwischendurch. Nur Leon hält 12 Stunden durch, guckt 4 Filme und spielt den Akku des Tablets leer. Unglaublich!
Endlich, nach 12 Stunden landen wir in Las Vegas. Der Landeanflug ist etwas ruckelig, nicht schlimm aber schlimm genug, so dass mehrere Kinder erbrechen müssen. Jan hat es ganz gut unter Kontrolle, so dass alles im Säcklein landet. Andere haben da mehr Mühe und in der Folge stinkt es richtig schlimm. Sehr unschön… Die armen Fluggäste, die diesen Sitz für den Rückflug erhalten… bäh.
Die Passkontrolle und die Gepäckausgabe sind problemlos und dauern ca. 1h. Dann müssen wir mit dem Shuttlebus zur Autovermietung Sixt etwas südlich vom Flughafen. Draussen vor dem Flughafen erwartet uns die Hitze der Wüste. Wir sind alle froh, es ist schön warm und Anja kann sich endlich nach dem kühlschrankkalten Flugzeug bei 42 °C im Schatten wieder aufwärmen.

Der Transfer ist recht gut organisiert. 20 Minuten später sind wir beim Sixt-Carrental. «Natürlich» ist unser Autotyp (Toyota 4-Runner, Jeep Grand-Cherokee, o.Ä.) nicht mehr verfügbar und wir erhalten ein Upgrade auf einen BMW X1. Dieses Auto stellt sich allerdings als zu klein für unser Gepäck heraus. Wir wollen ein grösseres und erhalten einen BMW X5. Jetzt hat alles Platz und los geht´s.

Wir fahren in unser Hotel New York-New York.
Anja und die Kids beziehen die Zimmer, ich fahre mit dem Auto noch zu Smiths einkaufen, damit wir etwas zu essen haben. Alle sind K.O. (ich zwar auch, könnte aber noch etwas länger, voll mit Adrenalin) und um 21 Uhr sind alle im Bett. In der Schweiz ist es 9 h später, also morgen um 6 Uhr. Wir haben die Nacht durchgemacht…