Nach einer Nacht Erholung fühlen wir uns total fit. Nur Leon klagt über Muskelkater im Rücken und den Beinen. Verständlich, hat er getern als jüngster Mitstreiter auch über 40’000 Schritte gemacht.
Wir essen im Hotelzimmer unsere ungetoasteten Marmeladetoasts, heute mal mit Orangensaft und mit Kaffee aus der Kapselmaschine.
Mit der Routine von schon fast 2 Wochen haben wir schnell gepackt und sind um 8 Uhr abfahrbereit. Es erwarten uns wieder endlose Weiten.

Heute ist der zweite Tag, an dem wir eine grössere Strecke zurücklegen werden. Zuerst auf der Route 64 nach Süden, dann auf dem Highway 40 nach Westen. Nach einigen Meilen wechseln wir auf die historische Route 66 und folgen dort den Spuren der Vergangenheit.

Der erste Stop ist in Seligman. Bekannt u.a. durch einen Barbershop, der vom Inhaber Angel bis ins Alter von 95 Jahren betrieben wurde. 75 Jahre hat er Haare geschnitten. Wir hatten die seltene Gelegenheit, ein Foto mit ihm zu machen.




Die Route 66 zeigt noch das alte, urtümliche USA, als es noch keine Autobahnen gab. Vor allem die alten amerikanischen Oldies sind cool.











Natürlich gibt es dutzende Souvenirshops, die aber alle mehr oder weniger dasselbe verkaufen.
Nach weiteren 60 Meilen der zweite Halt beim Hackberry General Store, an dem wir eigentlich Vorräte einkaufen wollen. Es stellt sich heraus, dass es einfach ein weiterer Souvenirladen ist, der allerdings recht cool gemacht ist.

Dort treffen wir auf zwei Motorradladies, die tatsächlich bei dieser Hitze (118°F) auf zwei wunderschönen Harleys nach Westen durch die Ebene fahren. Um sich gegen die Hitze zu schützen tragen sie unter dem weissen T-Shirt Coolpads, die mit Eiswasser gefüllt sind und Rücken wie Bauch kühl halten. Verrückt aber nachvollziehbar. Der Fahtwind bei diesen Temperaturen wirkt wie ein Heissluftföhn.

Wir brauchen auf der alten Route etwa doppelt so lang wie auf dem Highway, aber da wir fast alleine unterwegs sind, ist das Fahren recht entspannend. In Kingman finden wir dann neben eine Taco-Bell für’s Mittagessen auch einen General Store, der auch Lebensmittel führt (was ja Grocery Store heisst hier, hätte man ja wissen können) und so sind wir für das Frühstück morgen sogar mit frisch gebackenen Brotbeingedeckt. Auf der Packung steht Ray Seeds, was Roggen bedeutet. Wie sich herausstellt, sind aber Kümmelsamen drin. Das ergibt eine interessante Geschmacksrichtung.
Der letzte Abschnitt heute führt über endlose Ebenen, Prärie, zum Teil Buschland, dann wieder karge Wüste. Wir sehen riesige Windparks, die gerade im Aufbau sind, aber wo schon Dutzende Räder laufen. Zudem quadratkilometergrosse Solaranlagen, die die reichlich vorhandene Sonnenenergie hier nützlich verwerten. Die Sicht ist miserabel, aufgrund des starken Windes hat es sehr viel Sand in der Luft. Sichtweite unter 5 Meilen.
Als Highlight für mich besichtigen wir dann noch den Hooverdamm, der in den 1930er jahren gebaut wurde. Für die damalige Zeit nicht nur technologisch, sondern auch architektonisch ein imposantes Bauwerk.
Durch die aufgeheizte Mauer bläst ein so starker Wind über die Mauerkante, dass Wassertropfen, welche man in den Wind bläst schweben oder sogar über einen fliegen und denen dahinter ins Gesicht klatschen. Das erklärt das Grinsen auf Leons Gesicht auf dem Foto unten.
Abet bei 48 Grad im Schatten eine Grenzerfahrung. Wir haben uns ganz gut an die Hitze angepasst und 42-44 Grad sind okay, auch wenn nicht wirklich angenehm. Aber 48 Grad mit Wind ist schon nochmals eine andere Liga. Bei der Weiterfahrt zeigte das Auto (stand vorher im Schatten, die Anzeige stieg erst auf der Strasse an) sogar fast 50 °C an. Was für eine extreme Hitze.

Die Weiterfahrt nach Vegas dauert eine gute Stunde. Nach total 320 Meilen heute sind wir etwas vor 17 Uhr da. Das Anstehen und Einchecken im Hotel Paris dauert nochmals solange. Bei über 2000 Zimmern nicht verwunderlich. Aber ein tolles Hotel. Viel schöner, lebendiger und heller, als das Hotel New York.
Für’s Abendessen zu viert reicht es nicht mehr, da ich die Show von Magier Shim Lim schauen darf. Hat mir Anja zu Weihnachten geschenkt. Anja geht mit den Kids in die Crêperie.


Ich mache mich währenddessen auf zum Hotel Mirage, 25 Minuten zu Fuss und komme früh genug, um noch ein Bier zu trinken.
Zur Magieshow: Die Amerikaner können einfach gute Shows kreieren, das muss man ihnen neidlos zugestehen. Hatten wir das letzte mal in Florida auch schon erwähnt. Das amerikanische Publikum ist auch sehr pflegeleicht, die machen voll mit, das ist sicher hilfreich. Mit europäischem Publikum wäre es eventuell schwieriger. Aber trotzdem.

Neben sensationellen Kartentricks, bei denen ich keine Ahnung habe, wie ich diese erklären soll, gibt es von Colin Cloud auch ein Paar Nummern mit Mentalmagie (Gedankenlesen), bei der das Publikum live integriert wird. Ich bin nicht sicher, ob alle Personen zufällig ausgelesen werden, es sieht aber schon so aus. Aber die Show, die Sprüche und das alles ist richtig genial und authentisch, die Stimmung super, die Musik perfekt auf die Show abgestimmt und Colin führt das Publikum gekonnt an der Nase herum. Einfach genial.
Als ich dann nach einem Abstecher ins Outback-Steakhouse für mein Nachtessen ins Hotel zurückkomme, spiele ich noch ein paar Runden Roulette, bin aber nach kurzer Zeit schon 50 USD ärmer. Bin nicht der einzige, die Bank gewinnt immer… wissen wir doch. Hat trotzdem Spass gemacht.













Das Ist ja wieder phantastisch! So tolle Bilder und Highlights, genial schön.
Wir haben heute grad mal 16 Grad. Auch sehr schön zur Abwechslung 😊…
Super, endlich einmal ein Tag, zum Ausruhen, ausser für die Augen. Soviele Eindrücke!!!!
Danke für die coolen Fotos. Die zwei Harleys sind ja Supermaschinen und die alten Autos wirken, wie wenn die Gegend ein Museum wäre! Ich bin ja gespannt auf eure Abenteuer in Las Vegas! Schöns Tägli oder Nächtli vom Mimami