Die Temperaturen auf 2200 Meter sind recht tief, die Scheiben des Autos waren am Morgen eisbedeckt… Entsprechend kalt war es nachts auch im Zimmer bei offenem Fenster. Ich war irgendwie nicht so müde, habe bis 2 Uhr gelesen, statt geschlafen. Fühlte mich, als könnte ich direkt den Teide hoch rennen. Für 5 Stunden hat es dann doch noch gereicht. Meine Uhr hat mich dann noch gemassregelt, da ich offenbar zu lange geschlafen hätte. 10 Stunden (21 Uhr bis 7 Uhr) statt der tatsächlichen 5. Liegend lesen = schlafen für die Uhr. Offenbar doch nicht so intelligent. Ein toller Sonnenaufgang erwartet uns um 7:41 Uhr. Das Morgenrot ist schon lange vorher zu sehen.
Zum Glück haben wir gestern kurzfristig unsere Seilbahnreservation nach hinten verschoben. 9 Uhr wäre recht knapp geworden, da es erst um 8 Uhr Morgenessen gibt und aufgrund der Covid-Situation kein Buffet möglich ist. Die Kellnerin war dadurch etwas am Anschlag und so dauert halt alles etwas länger.
Da wir immer wieder versuchen, unsere Spanischkenntnisse zu verbessern, fällt ab und zu ein falsches Wort. Die Spanier korrigieren aber geduldig und schätzen, wenn man versucht, ihre Sprache zu sprechen. Leon hat das auch realisiert und gefragt, ob nicht Ömi spanisch sprechen würde. Natürlich kann Ömi das. Leon meinte dann trocken: warum haben wir denn Ömi nicht mitgenommen? Sie hätte uns alles übersetzen können…! 😂😂🤣🤣 Ja, wenn wir nächstes Mal auf die Kanaren fahren, nehmen wir doch Ömi mit.
Wir sind um 9:15 Uhr an der Talstation, praktisch die einzigen Touristen und können gleich einsteigen. Die Fahrt von 2200 auf 3500 Meter dauert 8 Minuten. Oben angekommen sind erst 5 Personen vor uns auf den Gipfel unterwegs. Das Wetter ist perfekt, keine Wolken am Teide, Nebelmeer unterhalb 1800 Meter. Der Aufstieg ist verdammt steil und tückisch. Rundherum zischt Wasserdampf aus Fumarolen heraus und es stinkt nach Schwefel. Hören kann man es jedoch nicht da uns kalter Passatwind beinahe in Sturmstärke um die Ohren pfeift. Nach einer halben Stunde und knapp 200 Höhenmeter weiter oben haben wir es geschafft. Die dünne Luft setzt einem doch etwas zu. Aber dafür, dass der Aufstieg mit einer Dauer von 40 Minuten als sehr schwierig bezeichnet ist, waren wir super schnell. Für Jan und Leon ist es kein Problem, die Höhe macht uns praktisch nicht zu schaffen – ausser, dass man etwas mehr schnauft.
Super, auf dem höchsten Punkt Spaniens zu stehen, auf dem höchsten aktiven Vulkan Europas. Okay, eigentlich gehören die Kanaren geologisch zu Afrika. Aber politisch ist es der höchste Vulkan Europas, gefolgt vom Ätna. Wir verbringen rund 15 Minuten auf dem Gipfel, aber es ist wirklich saukalt. Die Fumarolen sind zwar warm, aber man ist nach wenigen Sekunden durchnässt, wenn man versucht , sich daran zu wärmen. Wir steigen wieder ab und wandern als nächstes zum Pico Vieja, der mit 3135 Meter Höhe zweithöchsten Erhebung der Kanaren. Er liegt innerhalb des Teide-Nationalparks an der südwestlichen Flanke des Teide, und bildet mit diesem den Teide-Pico-Viejo-Komplex. Sein Krater hat einen Durchmesser von 800 m und ist bis zu 250 m tief. Eigentlich der eindrücklichere der beiden Krater, aber halt nicht so hoch. Auf dem Weg dorthin kreuzen wir auch wieder Fumarolen, Akkretionskugeln und Lavazungen.







Die Felsbrocken heissen Akkretionskugeln
Nach 2 Stunden auf dem Gipfel zieht es langsam an mit den Touristen und es bilden sich lange Schlangen von mehreren Dutzend Leuten, die auf den Gipfel möchten. «Der frühe Vogel fängt den Wurm», sagen wir da nur… Wir fahren wieder runter und möchten eigentlich noch das Observatorium des Teide besuchen. Leider bietet es wegen Covid keine Führungen an im Moment. Das Observatorium ist führend in der Beobachtung der Sonne und macht ständige Sonnenbeobachtungen. Bei Interesse: Link zu weiteren Infos.
Nach dem Mittagessen im Restaurant Papillon machen wir zuerst etwas Siesta im Hotel, bevor wir dann noch eine «kurze» Wanderung hinter dem Hotel unternehmen. Ich kenne Anja ja schon länger und weiss, wie das jeweils herauskommt, wenn sie von einer solchen Mini-Wanderumg spricht. Ich habe auf der Karte nachgeschaut, und die 1.5 h für 1.5 km plus 1.2 km hin mit ca. 200 Höhenmetern scheinen mit Kids nicht ganz realistisch. Vor allem deshalb, weil die volle Distanz schlussendlich fast 9 km betrug. 😳 Wir waren dann volle 2.5h unterwegs.
Aber es war eine schöne Wanderung, auch wenn wir die Kinder beim letzten Aufstieg 1 km vor dem Ziel mit einem Backup-Handy, Wasser, DarVida und Schokolade im Schatten zurück lassen mussten, weil sie nicht mehr weiter konnten… Wir laufen also zu einem Pass des Teidekraters, der früher als Übergang zwischen dem Norden und dem Süden der Insel gedient hat. Aufgrund der Wolken sieht man nicht viel vom Süden. Dafür einen fetten Käfer!
Es war wohl doch etwas viel Wanderei heute. Anja und ich sprinten den letzten Kilometer in 15 Minuten auf den Berg hoch, betrachten kurz die Aussicht und ich renne dann in 8 Minuten wieder runter zu den beiden Jungs. Die haben unterdessen Geschichten erfunden und die passenden Steine dazu gleich ausgegraben. Das Nachtessen haben wir uns heute redlich verdient…

Hoffentlich sind heute alle müde genug um zu schlafen!






















Toll. Das war viel… Sandro fragt, ob du die Drohne auch dabei hast.
Wir gehen heute das Auto abholen …
LG Diana
Moin. Nein, habe sie nicht dabei. War mir zu riskant und ich hätte sie auch nicht oft brauchen können… Viel Spass mit dem neuen Auto!
Genialer Bericht und tolle Bilder.
Muchas grazias
Hallo liebe Vulkaneroberer! Was für eine gewaltige Tagesleistung…mit unglaublich schönen Erlebnissen! Die Fotos sind wie täglich grossartig. Bin geschmeichelt, dass Leon mich mitgenommen hätte, vielleicht ist es für dieses Mal besser ohne mich…aber Spanisch muss ich wieder aufpolieren, eine tolle Sprache. Weiter gute Erholung und spannende Abenteuer. Küssli
Danke für die fantastischen Bilder. Es wird immer noch spektakulärer. Liebe Grüsse an alle vom Mimami