Heute steht unsere längste Tour an. Wir fahren von Florida City an der Ostküste zur Westküste nach Sanibel Island – deshalb «die grosse Überfahrt» (wer kennt diesen Titel noch?). Die reine Fahrzeit beträgt rund 4 Stunden für 300 km (inkl. Scenic Road). Wir werden aber einige Zwischenhalte einlegen, unter anderem in einem Indianerdorf und den Everglades und den Mangrovenwäldern per Airboat einen Besuch abstatten. Da wir ja von gestern gelernt haben, fahren wir heute zu Beginn nicht über Land sondern auf dem Freeway nach Norden. Leider gelingt es uns nicht, alle Abzweigungen korrekt zu nehmen und wir landen mitten in der Stadt Miami. Ist aber auch unlogisch, dass die Abzweigung auf die Route 41 nach Westen nach Osten wegführt, oder? Die Rückfahrt auf dem Freeway ist nervenaufreibend, aber schlussendlich schaffen wir es, verlieren dabei einfach 20 Minuten. Wir sind schließlich immer noch etwa 20 Minuten schneller, als gestern über Land. Auf der Route 41 fahren wir bis zum Indianerreservat der Miccosukee, ungefähr auf halber Strecke von Ost nach West.
Dort lernen wir einiges über die ursprüngliche Lebensweise der Indianer, das Dorfleben und die Kultur. Anja und ich übersetzen hauptsächlich für Jan simultan.
Dort lernen wir einiges über die ursprüngliche Lebensweise der Indianer, das Dorfleben und die Kultur. Anja und ich übersetzen hauptsächlich für Jan simultan.
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| Traditionelle Lebensmittel |
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| Chicki = Heim |
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| Das Smudgefire ist 24h am Rauchen gegen Moskitos |
Das Highlight ist jedoch die Alligatorshow. Ein junger, sympathischer Kerl erklärt uns die Verhaltensweise der Alligatoren. Ihm ist es wichtig, dass die Leute verstehen, dass Alligatoren keine Ungeheuer sind. Im Gegenteil, sie verhalten sich im Normalfall äußerst friedlich und wehren sich nur wenn sie gestört oder angegriffen bzw. bedroht werden. Er zeigt an verschiedenen Tricks, wie man mit den Tieren umgehen kann, worauf sie reagieren. Er hat die Sache wirklich im Griff, traut sich Dinge, die ich nicht machen würde. Schließlich meinte er, dass der Alligator nichts mitgekriegt hat von dem, was er mit ihm gemacht hat. Es sei dem Alligator einfach wohl gewesen dabei, das hat man an seiner entspannten Körperhaltung auch gemerkt.
Alligatoren sind also etwas dumm…Eindrücklich war es trotzdem.
Alligatoren sind also etwas dumm…Eindrücklich war es trotzdem.
Für die Kinder folgt dann das Beste. Sie dürfen einen kleinen Alligator halten: diese Gelegenheit kriegt man nicht zwei Mal?
Anschließend essen wir im Indianer-Restaurant zu Mittag, und merken schnell, dass man nicht überall in Florida freundlich bedient wird. Gastfreundschaft ist in diesem Restaurant ein Fremdwort. Ein Wunder, dass es überleben kann, das hängt wohl mit der Lage zusammen. Es gibt auf 50 km in beide Richtungen kein anderes Restaurant.
Wir fahren dann weiter nach Everglades City, um dort mit dem Airboat die Mangrovenwälder zur erkunden. Dazwischen befahren wir noch die Scenic Road, die sich nach 5 Meilen Asphalt für die nächsten 15 Meilen in Kiesstrasse mit Waschbrettstruktur verwandelt. Wie wir schon von Australien her wissen, ist hier Geschwindigkeit Trumpf. Zu langsam schüttelt es einen zur Bewusstlosigkeit bzw. es ist so laut durch die Vibrationen, dass alles kribbelt. Dummerweise gilt hier ein Speedlimit von 25 mph. Haben die einen Knall? Wir fahren dann etwas schneller, aber 80 – wie optimalerweise nötig – wagen wir nicht. Die Strasse ist zwar rüttelig, aber wir sehen unzählige Vögel, wunderschöne Seelein, dichte Wälder. Tolle Landschaft – die Aussicht ist einfach beschränkt. Die Kids pennen…
Airboats: ein teurer Spass. Die Airboats sind eigentlich Spielzeuge für grosse Jungs, die damit durch die Mangrovenwälder rösten. Es macht Spass, damit zu fahren, viel geiler wäre es aber, selber zu steuern. Unser Pilot hat es voll im Griff, düst mit 40 mph durch extrem enge Mangroven-Kanäle. Allerdings sehen wir hier keine Alligatoren noch sonst ein grösseres Tier. Ist auch kein Wunder bei diesem Lärm der Motoren.
Die einzigen Viecher sind Mücken und mit Fruit-Loops angelockte Fische. Wir sind mit Kopfhörer inkl. Mikro alle miteinander verbunden und können trotz ohrenbetäubendem Lärm des Propellers bequem miteinander sprechen. Aber Leon quatscht dem Piloten immer dazwischen, wenn dieser sich zwischendurch bequemt, mal etwas ins Mikro zu murmeln…
Nach diesem Abenteuer fahren wir noch die restlichen knapp 2 h bis zu unserem Hotel, das Song of the Sea. Wunderschön gelegen, tolles Zimmer und Service. Hier bleiben wir die nächste Woche und geniessen das Meer und den Sandstrand.
Nach einem italienischen Pizzaausflug ins Dante fallen wir K.O. ins Bett…

























